Prozess
MuCell ist ein Schaumspritzgießverfahren, bei dem Stickstoff oder Kohlendioxid während des Plastifizierens als überkritisches Fluid in die Schmelze dosiert wird und in der Kavität eine mikrozellulare Struktur (10–100 µm) bildet. Das Formteilgewicht sinkt um bis zu 20 %, Einfallstellen und Verzug nehmen ab, und die erforderliche Schließkraft sowie die Zykluszeit sind geringer. Da keine Rückstände chemischer Treibmittel entstehen, ist das Formteil recycelbar.
Das System besteht aus drei Komponenten: der Gasversorgung (Stickstoffgenerator oder Flasche) mit Booster, der Einheit, die das Gas mit überkritischem Druck in die Schmelze dosiert, sowie einer speziell ausgelegten Schnecke und einem Zylinder. Das Gas löst sich in der Schmelze; beim Eintritt in die Kavität fällt der Druck, und die Nukleierung beginnt; die Zellen übernehmen die Rolle des Nachdrucks.
Es wird bei nahezu allen Thermoplasten außer LCP angewendet; die besten Ergebnisse werden mit gefüllten Materialien erzielt. Das Oberflächenbild kann vom Standard-Spritzgießen abweichen; bei Sichtflächen sind Werkzeugtemperatur und Gasanteil anzupassen.
Für dickwandige, zu Einfallstellen neigende Formteile und für gewichts- und verzugsempfindliche Teile: Kfz-Innenraumteile, Steckergehäuse, Teile mit dicken Böden und Rippen. Für dünnwandige transparente Teile ist es nicht geeignet.